Heute, am 01. September 2025, war es soweit: Ich habe Amazon gelöscht! Gründe dafür gab es schon lange genügend. Doch dass nun Blut an Jeff Bezos‘ Händen klebt, macht eine Entscheidung unausweichlich. Es ist eine Entscheidung für das Leben und für die Menschheit. Dieser Artikel geht im Detail darauf ein.

Amazon ist wohl der größte Online-Shop mit der breitesten Produktpalette weltweit. Inzwischen gibt es dort alles zu kaufen, was das Herz begehrt (oder auch nicht begehrt) – von Elektronik über Bücher bis hin zu Kleidung. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1994. Damals als Onlinebuchhandlung. Das Unternehmen wuchs immer weiter, kaufte Unternehmen auf, schuf Standorte außerhalb den USA. Weitere Dienste wie Amazon Prime, Amazon Pay oder Amazon Fresh, dem Lieferdienst für Lebensmittel, kamen nach und nach hinzu.
Die Kritik an dem Unternehmen ist jedoch nicht neu. Doch wir als Verbraucher:innen haben die Macht, dem etwas entgegenzusetzen.
Miserable Bedingungen für Arbeiter:innen in aller Welt
Erst im Januar diesen Jahres berichtete ZEIT Online darüber, dass Amazon seine Standorte im kanadischen Quebec aufgeben möchte. 1.700 Vollzeitstellen stehen hier auf dem Spiel. Die Mitarbeiter:innen dieser Standorte hatten sich dem Bericht zufolge erst einige Zeit zuvor gewerkschaftlich organisiert.
Netzpolitik.org berichte darüber, dass auch moderne Sklaverei für den großen Onlinehändler kein Problem zu sein scheint wie das Beispiel der nepalesischen Leiharbeiter:innen in Saudi-Arabien zeigt. Gegen eine Austrittsgebühr hätten sich die Menschen „frei kaufen“ können. Sie harrten wohl in von Kakerlaken befallenen Unterkünften mit teilweise bis zu zehn Personen aus. Bei Beschwerden hätte man den Arbeiter:innen mit Gehaltskürzungen gedroht.
Aber auch mitten in Deutschland geriet Amazon 2017 in die Kritik. Eine Undercover-Recherche des NDR zeigte auf, dass Mitarbeiter:innen des Konzerns selbst in Umkleideräumen überwacht wurden. Schriftlich teilte das Unternehmen dem NDR mit, dass Amazon ein guter Arbeitgeber ist und die Kameras in den Spindräumen nur dazu dienen, um Diebstahl vorzubeugen.
Steuervermeidung im großen Stil
Deutschlandfunk berichtete 2021 in einem Artikel über eine Studie mit dem sehr treffenden Titel Die Amazon-Methode – Wie man das internationale Staatensystem ausnutzt, um Steuerzahlungen zu vermeiden. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Geschäfte außerhalb den USA über das Tochterunternehmen in Luxemburg laufen. Die Autor:innen der Studien kommen zu dem Schluss, dass Amazon in den USA wahrscheinlich noch nie Steuern gezahlt hat.
Martin Schirdewan, Mitglied der Linken im Europäischen Parlament, stellt die gesamte Studie in deutscher Sprache online zur Verfügung.
Amazon unterstützt auch den Genozid in Gaza
Bisher war das Geschäftsgebaren von Amazon vielleicht annähernd bekannt. Doch unterstützt der Mega-Konzern auch Projekt Nimbus, ein Cloud-Computing-Projekt der israelischen Regierung und des Militärs – einschließlich dem Einsatz von KI.
Dass die israelische Regierung die Cloud-Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS) nutzt, wurde bereits 2023 vom Magazin +972 verifiziert:
Mehreren Quellen zufolge gibt die exponentielle Kapazität der AWS-Infrastruktur der Armee die Möglichkeit, Informationen über nahezu jede:n in Gaza zu speichern.
‘Order from Amazon’: How tech giants are storing mass data for Israel’s war, +972 Magazin, Artikel erschienen am 04. August 2024, abgerufen am 01. September 2025
Auch sensible Informationen des israelischen Militärs sollen in der Cloud-Infrastruktur von Amazon gespeichert sein, wie die Recherche zeigte.
Damit ist Amazon maßgeblich an einem von der israelischen Regierung verübten Genozid an der palästinensischen Bevölkerung mitverantwortlich. An einem Krieg, dessen einziges Ziel die massenhafte Vertreibung von Palästinenser:innen ist. Und an dessen Ende die Errichtung eines Groß-Israel steht. Ausgeführt von Benjamin Netanjahu, dem größenwahnsinnigen und vom Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen Kriegsverbrechen gesuchten israelischen Ministerpräsidenten.
In diesem Krieg geht es schon lange nicht mehr um die Vernichtung der Hamas. Im Januar 2024 erklärte Netanjahu, dass es keine Zwei-Staaten-Lösung geben werde. Das Gebiet westlich des Jordans müsste unter israelischer Kontrolle stehen.
Mitschuldig an Kriegsverbrechen?
Das Aushungern der Bevölkerung oder die nun gezielten Angriffe auf Journalist:innen in Gaza zeigen wie die israelische Regierung den Massenmord und die ethnische Säuberung in der Region vorantreibt. Es soll dort keine unabhängigen Stimmen mehr geben, die über die Lage dort berichten könnten. Nicht-israelische Einwohner:innen in Gaza sollen das Land verlassen. Oder, wie erst kürzlich bekannt wurde, in einer „humanitären Stadt“ eingesperrt werden.
Es tut mir leid, aber es ist ein Konzentrationslager.
Ehud Olmert (ehemaliger israelischer Premieminister) in The Guardian am 13. Juli 2025, abgerufen am 01. September 2025
Einmal dort angekommen, wäre es Palästinenser:innen nicht mehr erlaubt, diese „Stadt“ wieder zu verlassen oder in andere Länder auszuwandern.
Jeff Bezos als Executive Chairman von Amazon unterstützt mit seinem Unternehmen genau diese Praktiken und das zionistische Projekt „Eretz Israel“, indem er dem Land und Militär die notwendige technische Infrastruktur dafür zur Verfügung stellt. Das Blut unschuldiger Zivilist:innen und Kinder klebt auch an seinen Händen. Amazon muss aus diesem schmutzigen Deal aussteigen, ganz gleich ob dies von der israelischen Regierung vertraglich ausgeschlossen wurde.
Ob sich Amazon – und die anderen Tech-Giganten wie Google und Microsoft – nun an diesen Kriegsverbrechen mitschuldig gemacht haben, wird hoffentlich irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft ein ordentliches Gericht klären. Bis dahin bleibt uns Verbraucher:innen nur die Möglichkeit, solche Konzerne zu boykottieren und ihnen das zu entziehen, was ihnen am wichtigsten ist: Geld.
So schließt du ganz einfach dein Amazon-Konto
- Besuche die deutschsprachige Amazon-Website.
- Klicke auf deinen Namen, um deine Kontoübersicht aufzurufen
- Scrolle auf dieser Seite nun ganz nach unten, und unter Deine Daten verwalten findest du ganz klein in einer Liste von etlichen anderen Punkten den Link zu Mein Amazon-Konto schließen.
- Klicke diesen Link an. Nun wirst du zunächst von einer Textwüste erschlagen, die dir deine nun entgehenden Vorteile aufzeigt.
- Scrolle wieder ganz nach unten, wähle „Ich möchte keinen Grund nennen“ aus und klicke anschließend auf die Schaltfläche Mein Konto schließen.
- Abschließend erhältst du per E-Mail oder SMS einen Link, um deine Kontoschließung zu überprüfen und zu bestätigen.
- Klicke den Link an und dein Konto ist ab sofort geschlossen.
